C&C Alarmstufe Rot > Command and Conquer hat die GDC2019 gerockt!

Verfasst am 22. März 2019 von moby3012

Auf der diesjährigen Games Developer Conference in San Francisco gab es ein ganz besonderes Highlight für die anwesenden Entwickler und Presse. Mit den Worten aus der legendären Installationsroutine von Command and Conquer der Tiberiumkonflikt „„For last minute notes, please examine the readme file“ kündigte sich überraschend der legendäre Komponist der Serie Frank Klepacki live an und spielte Live unter dem tosenden Applaus des Publikums einige Rifts des Soundtracks auf der E-Gitarre.

Anschließend führte Louis Castle, seines Zeichens mitbegründer und Chef von Westwood Studios, durch die Veranstaltung. Es wurden Videobeiträge mit Brett Sperry und Joe Kucan (Kane) gezeigt und Präsentationen zu den Remasters der alten C&C Teile unter Anderem von Erik Yeo und Steve Wetherill gezeigt.

Im Video erzählte Sperry, der Auslöser für die Entstehung von Command & Conquer sei zum Teil eine Auseinandersetzung mit einem anderen Entwickler gewesen. Dieser habe damals geklagt, dass sich niemand mehr für Strategiespiele interessiere. Sperry habe gekontert: „Für deine vielleicht nicht, aber für meine schon“. Er und ein paar Kollegen hätten dann relativ lange über das Projekt nachgedacht, bis sie mit der Entwicklung angefangen hätten. Das oft (vermutlich zurecht) als inoffizieller Vorgänger gehandelte Dune 2 wurde bei dem Postmortem übrigens nicht erwähnt.

Rückblickend beschrieben sowohl die Entwickler auf dem Podium als auch die Kollegen in den Videos die Entwicklungszeit als sehr positiv. Die Stimmung sei gut gewesen, alle hätten an das Projekt geglaubt und rasch Fortschritte gesehen. Obwohl Multiplayermodi damals noch nicht so populär gewesen seien, habe das Team an fast jedem Werktag bis spät in die Nacht freiwillig im hauseigenen Netzwerk interne Duelle ausgetragen – weil es Spaß gemacht habe. Chefentwickler Erik Yeo sagte, dass ihm die langen und intensiven Partien sehr beim Balancing der Einheiten geholfen hätten, auch im Hinblick auf die Kampagne.

Man erzählte auch von der Arbeitsathmosphäre, während der Entwicklung der Spiele und, dass Brett Sperry diese oftmals etwas angespannt habe, da er zu Wutanfällen neige. Einer der anwesenden Entwicklern berichtete von den Easter Eggs, wie den kleinen Dinosauriern, welche im Quellcode entdeckt worden sind und von den Entwicklern aus Spaß dort versteckt wurden. Brett Sperry habe daraufhin getobt, da diese Arbeiten nicht im Budget veranschlagt worden seien. Die Dinos durften bleiben, mussten jedoch von den Entwicklern in ihrer Freizeit zuende animiert werden. Sperry habe einen Hang zum Perfektionismus.

Technikchef Steve Wetherill berichtet unter anderem von dem Aufwand, der für die damalige Zeit spektakulären, teils gerenderten und teils mit echten Schauspielern aufgenommenen Zwischensequenzen betrieben wurde. Es habe Stunden gebraucht, diese wenigen Sekunden Material zu berechnen. Anfangs seien dafür mehr als 40 Rechner genutzt worden, später etwas mehr als 100 – auch, weil die Büro- und Arbeits-PCs der Mitarbeiter in der Nacht zum Rendern mitverwendet wurden.

Allein die Compilierung des C++ Codes habe jeweils mehr als eine Stunde verschlungen und so schnelle Experimente und Fehlerkorrekturen erheblich erschwert. heute bräuchte man für diesen Vorgang lediglich 5 Sekunden. Man erzählte auch die Geschichte von Alarmstufe Rot, welches zunächst als Expansion für das ursprüngliche Spiel gedacht war, jedoch so schnell gewachsen ist, dass man sich kurzerhand für ein eigenständiges Spiel entschieden habe. Zum Schluss gab es noch einmal ein Gitarrensolo von Frank Klepacki.

Quelle: Golem



10 Gedanken zu “Command and Conquer hat die GDC2019 gerockt!”

  1. Was muss das für eine traurige Veranstaltung gewesen sein, wenn man die mit Videos von uralten Spielen und ein paar einfachen Gitarrenriffs rocken kann…
  2. Ich hätte es auch gefeiert, das nennt man Retrogefühl Phil ;) Es gibt Leute die sich über sowas freuen
  3. Jaja (ich vielleicht auch), als Nebensache schön und gut. So geil die Spiele damals und die Soundtracks auch gewesen sein mögen, das Zeug is 20 Jahre alt! Wenn das gleich zu einem solchen Spektakel hochgejubelt wird, dann muss die Zukunft düster aussehen. Aber was will man von ea auch noch anderes erwarten, als sich auf alten Lorbeeren auszuruhen und im Glanz der guten alten Tage zu sonnen…
  4. Aber was will man von ea auch noch anderes erwarten, als sich auf alten Lorbeeren auszuruhen und im Glanz der guten alten Tage zu sonnen…

    (Doppelpost weil €ditieren nicht funktioniert)

  5. Also ich finds gut, war sicher ne interessante Präsi. Gibts schon irgendwo die Videoaufzeichnung davon anzusehen?
  6. Zugegeben, mich lässt das eher kalt. Alles vor Generals war eindeutig vor meiner Zeit. Wenn man sich auf C&C Generals bezogen hätte, hätte ich das aber auch erheblich gefeiert.

    Wobei…

    Selbst wenn EA ein CNC Generals Remake angekündigt hätte, es wäre technisch entweder Schrott und hätte keinen Worldbuilder ODER es wäre ein 1:1 Remake mit allen alten Bugs, Glitches, Crashes, Limitierungen und nach einem Jahr würde man die Server wieder abschalten.

    Freuen würde ich mich eigentlich nur, wenn Westwood sich von EA abspalten und die C&C Lizenzen hätte. Aber viel wird von Original Westwood auch nicht übrig sein.

    EA persönlich kann mich mal absolut kreuzweise. Am 28. März 2007 hab ich den letzten EA Titel käuflich erworben.

  7. Was soll denn von westwood nach 20 Jahren und diversen umfirmierungen und Kündigungen und teamneugründungen usw. bitte übrig sein? Petroglyph kommt dem, was du dir vorstellst noch am nächsten und selbst da darf man harte Zweifel ansetzen wie nahe die Jungs noch am alten Spirit sind, vom Personal sind jedenfalls nur mehr einzelne Köpfe übrig.
  8. Was soll denn von westwood nach 20 Jahren und diversen umfirmierenden Kündigungen teamneugrünsungen usw. bitte übrig sein?

    D:
    Praktisch nichts. Aber genau das schrieb ich doch auch schon. Klar ist da nichts von übrig.

    Ich habe deshalb praktisch keine Hoffnungen, dass es mit C&C nochmal ansatzweise bergauf geht, dafür ist EA heutzutage zu hart auf Cash aus. Neue C&C Title hätten Microtransactions und wären Pay2Win, Remaster wären von der Umsetzung her mangelhaft und hätten keine Zukunft, außer Xezon erbarmt sich und rettet nach dem halben Jahr fragwürdigen Ruhms dann die Server… wenn der Webcode das dann überhaupt noch zulässt.

  9. Was soll denn von westwood nach 20 Jahren und diversen umfirmierenden Kündigungen teamneugrünsungen usw. bitte übrig sein?

    D:
    Praktisch nichts. Aber genau das schrieb ich doch auch schon. Klar ist da nichts von übrig.

    Ich habe deshalb praktisch keine Hoffnungen, dass es mit C&C nochmal ansatzweise bergauf geht, dafür ist EA heutzutage zu hart auf Cash aus. Neue C&C Title hätten Microtransactions und wären Pay2Win, Remaster wären von der Umsetzung her mangelhaft und hätten keine Zukunft, außer Xezon erbarmt sich und rettet nach dem halben Jahr fragwürdigen Ruhms dann die Server… wenn der Webcode das dann überhaupt noch zulässt.

    Ergänzend:

    Auf alte, isometrische Titel bezogen:
    Playerbase ist bereits tot, es gibt nicht viel Custom Content. Remake generell mit Sicherheit wünschenswert. Selbst EA wird nicht die Frechheit besitzen, hieraus Pay2Win zu machen.. oder doch? Die alten Spiele sind mir persönlich ziemlich egal. Aber klar, das ist individuell.

    Auf neuere Titel als RA2 bezogen:
    Playerbase ist noch nicht tot. Es gibt unzählbar viel Custom Content. Das führt zu Problemen.
    1. Entweder man erstellt ein 1:1 "Remake" im neuen Gewand, das heißt alle alten Karten, der Worldbuilder etc. grundsätzlich sogar Gentool, würden noch funktionieren
    2. Oder man verbastelt das ganze in eine komplett neue Engine, alte Karten und der Worldbuilder wären inkompatibel, die Hoffnung auf einen WB v2.0 wäre gering und nach 6 Monaten würde die Server ohnehin runtergefahren werden

    In beiden Fällen stellt sich die Frage, was das aus der Playerbase macht. Ich denke, ein Teil würde weiterin in alter Grafik zocken und relativ schnell aussterben (weil plötzlich noch viel weniger Spieler), der Rest würde zur neuen Grafik wechseln und dann eventuell nicht wieder zurückwechseln bzw. man hätte vielleicht die inoffiziellen Server zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschaltet, wenn die offiziellen Server abgeschaltet werden. Aber genau das dürfte ja das Ziel von einem "profitorientierten" Unternehmen wie EA sein. Man wäre endlich die ganzen hornbeinalten Spieler los, die seit 20 Jahren das gleiche Spiel zocken und sowieso kein Geld in die Kassen bringen.

    Trotzdem wäre mir die Variante 1 natürlich wesentlich lieber, in der Hoffnung, dass man nach Abschaltung dann eben wieder inoffizielle Server aus dem Boden stampft.

    Aber aktuell, ohne auch nur eine Ankündigung, ist das alles Zukunftsmusik

  10. Ich glaub die Playerbase der alten Teile ist mittlerweile so aktiv wie die der neuen Teile, OpenRA sei Dank.

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